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OFFENE POSTEN · KAPITEL 7

Der Anruf

Der Anruf

Am Montagmorgen bot Karl ihm dreitausend Euro an.

Nicht in einer Nachricht. Er rief an, als Chris gerade im Supermarkt vor dem Kühlregal stand. Chris legte die Packung zurück, die er in der Hand hielt.

„Heute“, sagte Karl. „Wenn wir es damit erledigt haben.“

Chris ging zum Ende des Gangs. Jemand schob einen Wagen an ihm vorbei und griff nach Butter.

„Du hattest am Freitag kein Geld.“

„Das hat sich geändert.“

„Für alle?“

Karl atmete hörbar ein. „Es geht gerade um dich.“

Dreitausend Euro wären genug gewesen, um Chris’ verschobenen Dreh wieder möglich zu machen. Er hätte die Lücke ausgleichen können. Er hätte achtzehnhundert Euro Verlust verbucht und Karl nie wieder etwas geliehen. Ein teurer Fehler, aber ein abschließbarer.

„Wer hat dir das Geld gegeben?“

„Was spielt das für eine Rolle?“

„Für das Angebot spielt es eine.“

Karl sagte, Nora habe ein begrenztes Budget für eine geordnete Einigung. Nicht alle könnten dieselbe Quote bekommen. Chris solle nicht jeden anderen Fall zu seinem machen.

Chris sah auf ein Preisschild, ohne es zu lesen.

„Dann schick mir den Vorschlag schriftlich.“

„Du machst es unnötig kompliziert.“

Chris hatte den Satz oft genug selbst verwendet. Immer dann, wenn jemand eine Abkürzung nicht nehmen wollte, auf die er sich bereits verlassen hatte.

„Schick ihn mir“, sagte er.

Zwei Stunden später kam die Nachricht. Dreitausend Euro gegen vollständige Erledigung, Antwort bis sechzehn Uhr. Darunter stand ein weiterer Satz.

Natürlich bleibt das zwischen uns.

Chris nahm einen Screenshot. Dann rief er Leon an.

Er fragte zuerst, ob Leon reden konnte. Die Frage kostete kaum Zeit. Er merkte trotzdem, wie selten er sie in den letzten Tagen gestellt hatte.

Leon war auf einer Leiter. Er kam herunter.

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