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RESTBIERAKTEN · KAPITEL 1

AKTENZEICHEN PLAYA

Aktenzeichen Playa – Original-Artwork auf SoundCloud

AKTENZEICHEN PLAYA

Die Geschichte

Tageslicht ist gnadenlos.

Nachts kann fast jeder Raum wichtig aussehen.

Licht runter. Musik hoch. Genug Menschen rein. Irgendwo Nebel, irgendwo Bewegung, irgendeiner steht auf etwas, auf dem er wahrscheinlich nicht stehen sollte.

Dann sieht alles nach Ereignis aus.

Ein paar Stunden später braucht es dafür nicht einmal Kritik.

Nur Sonne.

— Chris bleibt in der offenen Tür stehen.

Hinter ihm ist es draußen bereits heller als drinnen.

Vor ihm liegt das, was von der Nacht übrig geblieben ist.

Keine Musik.

Keine Hände in der Luft.

Keine Menschenmenge.

Nur ein Raum, der plötzlich deutlich kleiner aussieht.

Zwei Leute tragen Kabel.

Hinter dem Tresen zählt jemand Geld.

Vorne sucht ein Mann hektisch zwischen Stühlen.

Chris sieht ihm eine Weile zu.

„Was suchst du?"

„Mein Handy."

Der Mann neben ihm dreht sich um.

„Andy?"

„Handy."

„Ach so."

Kurze Pause.

„Wer ist Andy?"

Der Suchende sieht ihn an.

„Keine Ahnung."

Chris nickt.

„Guter Start."

— „Sechs Uhr zwölf."

Phanti steht ein paar Meter weiter und betrachtet den Raum.

Kaffee in der Hand.

Chris schaut auf sein Telefon.

Tatsächlich.

„Seit wann kommentierst du Uhrzeiten?"

„Seit sie unangenehm werden."

Phanti nimmt einen Schluck.

„Tür steht offen. Musik ist aus."

Er sieht sich um.

„Sehr gut."

Chris:

„Was genau ist daran gut?"

„Jetzt erkennt man wenigstens, was das hier eigentlich war."

— Chris folgt seinem Blick.

Gläser.

Jacken.

Eine einzelne Sandale.

Ein Sonnenhut, obwohl Chris ziemlich sicher ist, dass niemand den gestern getragen hat.

Eine halbvolle Wasserflasche auf einer Box.

Zwei Sonnenbrillen.

Ein Schlüssel.

Etwas unter einem Tisch, das aus dieser Entfernung nicht eindeutig zuzuordnen ist.

Chris zeigt darauf.

„Was ist das?"

Phanti geht näher.

Bleibt stehen.

Schaut.

Dann:

„Nein."

Chris kommt dazu.

„Was nein?"

Phanti beugt sich etwas herunter.

„Ernsthaft?"

Chris sieht es jetzt auch.

Pause.

Dann muss Phanti lachen.

Nicht laut.

Nur kurz.

Chris:

„Weg damit."

Phanti dreht sofort den Kopf.

„Nicht wegwerfen."

„Warum?"

Phanti sieht wieder nach unten.

„Das brauchen wir noch."

Chris:

„Wofür?"

Phanti:

„Keine Ahnung."

— Einer der Männer mit den Kabeln kommt vorbei.

„Kann ich hier durch?"

Chris und Phanti treten zur Seite.

Der Mann sieht auf den Gegenstand.

Dann auf Phanti.

„Soll das auch weg?"

Phanti:

„Nein."

„Gehört das euch?"

Phanti:

„Jetzt offenbar."

Der Mann zuckt mit den Schultern.

Er hat wahrscheinlich schon Schlimmeres erlebt.

— Chris holt sich Kaffee.

Der erste Schluck löst keines seiner Probleme.

Aber er macht sie zumindest wärmer.

Er läuft langsam durch den Raum.

„War gestern wild", sagt jemand hinter dem Tresen.

Chris sieht über den Rand seiner Tasse.

„Ja."

Er schaut auf den Boden.

„Sieht man."

— Das Interessante ist nicht das offensichtliche Chaos.

Leere Gläser sind langweilig.

Flaschen auch.

Servietten.

Strohhalme.

Alles erwartbar.

Das hier interessiert Phanti nicht.

Er geht daran vorbei.

Chris merkt schnell, dass er nach etwas anderem sucht.

Nach den Dingen, die Fragen stellen.

— Phanti bleibt stehen.

Zeigt nach links.

„Was zur Hölle ist denn das?"

Chris schaut.

„Keine Ahnung."

Phanti:

„Pack es ein."

Chris dreht den Kopf.

„Ich?"

„Du stehst näher."

„Das ist dein Kriterium?"

„Effizient."

— Ein Mitarbeiter kommt mit einem Wischer.

Phanti sieht ihn.

Dann den Boden.

Dann wieder ihn.

„Bruder."

Der Mann stoppt.

„Bitte noch nicht wischen."

Der Mitarbeiter schaut ihn an, als müsse er kurz entscheiden, ob Phanti scherzt.

„Warum?"

Phanti deutet auf den Boden.

„Beweismittel."

Chris verschluckt sich beinahe am Kaffee.

Der Mitarbeiter:

„Was?"

Phanti:

„War Spaß."

Pause.

„Aber wirklich noch nicht."

— Der Mann sieht zu Chris.

Chris hebt die Tasse.

„Ich bin nur dabei."

Das scheint als Erklärung zu reichen.

— Auf dem Boden liegt tatsächlich genug für mehrere Geschichten.

Nicht wertvoll.

Nicht schön.

Aber auffällig.

Ein Gegenstand, dessen ursprünglicher Zweck niemandem klar ist.

Etwas Beschriftetes, bei dem die Hälfte fehlt.

Ein Accessoire, das vermutlich nachts deutlich beeindruckender wirkte.

Eine kleine Tasche ohne Inhalt.

Ein Schlüssel, zu dem offenbar keine Tür mehr gehört.

— Chris hebt ihn auf.

„Schlüssel."

Phanti:

„Stark."

„Danke."

„Großer Fund."

Chris hält ihn hoch.

„Irgendjemand wird den vermissen."

Phanti:

„Dann wissen wir wenigstens, dass er relevant ist."

„Oder zu einem Fahrrad gehört."

„Noch besser."

— Ein Mann läuft an ihnen vorbei.

Seine Jacke hängt offen über den Schultern.

Er sieht unter einen Tisch.

Dann hinter einen Stuhl.

Dann auf die Fensterbank.

Chris beobachtet ihn.

„Was suchst du?"

„Meine Jacke."

Chris schaut auf die Jacke.

Dann zu Phanti.

Phanti sagt nichts.

Der Mann sucht weiter.

Chris:

„Welche Farbe?"

„Schwarz."

Chris sieht wieder auf die Jacke.

Schwarz.

Phanti trinkt Kaffee.

Der Mann:

„Mit Reißverschluss."

Chris:

„Schwierig."

Phanti dreht sich weg.

Seine Schultern bewegen sich.

— Der Mann entdeckt irgendwann selbst, was passiert.

Er schaut an sich herunter.

Pause.

„Ah."

Chris:

„Fall gelöst."

Der Mann:

„Ich brauch Kaffee."

Phanti, ohne sich umzudrehen:

„Dringend."

— Nachts war hier offenbar jeder irgendwer gewesen.

Das kennt Chris.

Menschen verändern sich, sobald Licht, Lautstärke und genügend Publikum zusammenkommen.

Einer kennt den DJ.

Einer angeblich den Besitzer.

Einer kann „jeden hier reinbringen".

Einer hat einen Tisch.

Einer kennt jemanden, der einen Tisch hat.

Und einer erzählt wahrscheinlich immer noch irgendwo, dass er eigentlich gar nicht feiern gehen wollte.

Im Tageslicht bleibt davon erstaunlich wenig übrig.

Das findet Chris inzwischen beruhigend.

— Phanti stellt seinen Kaffee auf den Tresen.

„Wir brauchen eine Kiste."

Chris:

„Nein."

„Doch."

„Wofür?"

Phanti zeigt auf die Fundstücke.

Chris:

„Du willst das wirklich mitnehmen."

„Offensichtlich."

„Warum?"

Phanti denkt kurz nach.

„Weil keiner sonst weiß, was damit passieren soll."

Chris:

„Das ist keine Begründung."

„Doch. Sogar eine ziemlich gute."

— Hinter dem Tresen streiten zwei Mitarbeiter über einen Schlüssel.

Nicht den, den Chris gefunden hat.

Einen anderen.

„Der war gestern bei dir."

„Ich war gestern gar nicht hier."

Die Kollegin sieht ihn an.

Dann beginnt sie zu lachen.

Nicht freundlich.

Der Mann:

„Was?"

Sie lacht noch mehr.

Phanti hebt nur kurz eine Augenbraue.

Chris wartet.

Phanti:

„Gut."

„Was gut?"

„Mehr Fragen hab ich nicht."

— Chris zeigt auf die Kiste, die inzwischen tatsächlich auf dem Tresen steht.

„Nächster Sachverhalt?"

Phanti:

„Genau."

— Das Wort gefällt ihm offenbar.

Sachverhalt.

Chris merkt es sich.

— Nach einer Weile entsteht ein System.

Zumindest behauptet Phanti das.

Chris erkennt keins.

Normaler Müll bleibt liegen beziehungsweise darf endlich entfernt werden.

Dinge, deren Herkunft offensichtlich ist, ebenfalls.

Interessant wird es erst, wenn mindestens zwei Menschen auf denselben Gegenstand schauen und keiner eine vernünftige Erklärung hat.

— Ein Mitarbeiter hält Phanti etwas hin.

„Kann das weg?"

Phanti schaut.

Der Mitarbeiter schaut.

Phanti schaut noch einmal.

Chris tritt dazu.

„Was ist das?"

„Keine Ahnung."

Phanti:

„Auf gar keinen Fall."

Der Mitarbeiter:

„Warum?"

Phanti nimmt es ihm ab.

„Keine Ahnung."

Er hält es hoch.

„Aber schau es dir doch an."

— Chris betrachtet es.

„Überzeugend."

Phanti legt es in die Kiste.

„Das Ding hat Zukunft."

— Die Kiste füllt sich.

Langsam.

Nicht mit Dingen, die jemand unbedingt behalten wollte.

Genau das Gegenteil.

Mit Dingen, bei denen keiner wusste, warum sie überhaupt noch existierten.

Und genau dadurch werden sie interessant.

— Chris setzt sich auf einen Barhocker.

„Du sammelst Müll."

Phanti:

„Nein."

„Was dann?"

„Kontext."

Chris schaut in die Kiste.

„Da liegt ein kaputter—"

Phanti hebt die Hand.

„Kontext."

Chris:

„Natürlich."

— Phanti beginnt, die Sachen auseinanderzulegen.

Nicht ordentlich im klassischen Sinn.

Aber einzeln.

Nichts übereinander.

Nichts zusammenwerfen.

Chris beobachtet ihn.

„Du nimmst das erschreckend ernst."

„Tu ich nicht."

„Du sortierst."

„Das ist was anderes."

— Chris nimmt einen Gegenstand.

Phanti:

„Nicht."

Chris legt ihn wieder hin.

„Entschuldigung, Herr Archivar."

Phanti stoppt.

Schaut zu ihm.

Chris sieht sofort, dass irgendein Gedanke angekommen ist.

„Nein."

Phanti:

„Was nein?"

„Das Gesicht."

„Welches Gesicht?"

„Du hast gerade eine Idee."

Phanti:

„Gefährliche Unterstellung."

— Ein anderer Mitarbeiter kommt mit einer zweiten kleinen Kiste.

„Hier ist noch Zeug."

Phanti sieht hinein.

Chris ebenfalls.

Pause.

Chris:

„Okay."

Phanti:

„Ja."

„Das wird langsam viel."

„Mhm."

— Der Mitarbeiter:

„Wie viel davon wollt ihr eigentlich mitnehmen?"

Phanti schaut in die erste Kiste.

Dann in die zweite.

„Wie viel haben wir?"

Der Mann beginnt zu zählen.

Chris lehnt sich an den Tresen.

Eins.

Zwei.

Drei.

Bei fünf wird diskutiert, ob zwei Teile zusammengehören.

Phanti entscheidet dagegen.

„Getrennt."

Der Mann zählt weiter.

Chris trinkt Kaffee.

Zehn.

Elf.

Zwölf.

Dreizehn.

Dann:

„Vierzehn."

— Phanti schaut auf.

„Vierzehn?"

„Ja."

Kurze Stille.

Dann lacht Phanti.

Chris kennt dieses Lachen inzwischen.

Es bedeutet meistens, dass etwas gerade unnötig komplizierter geworden ist.

„Was?", fragt Chris.

Phanti schaut auf die vierzehn Fundstücke.

Dann zu ihm.

„Okay."

Pause.

„Dann haben wir ein Album."

— Chris sieht ihn an.

„Nein."

„Doch."

„Das sind vierzehn Sachen aus einer Strandbar."

„Exakt."

„Das ist kein Album."

Phanti:

„Noch nicht."

— Chris schaut auf die Fundstücke.

Dann wieder auf Phanti.

„Du willst aus jedem davon einen Song machen."

„Hab ich das gesagt?"

„Du hast Album gesagt."

„Stimmt."

„Das impliziert Songs."

„Meistens."

— Chris muss lachen.

„Das ist bescheuert."

Phanti:

„Sehr."

„Komplett."

„Mhm."

Chris sieht noch einmal auf die Kisten.

Vierzehn.

Er hasst, dass er die Idee inzwischen nicht mehr völlig schlecht findet.

Phanti merkt es.

„Da."

Chris:

„Was?"

„Produzentengesicht."

„Halt die Fresse."

— Phanti nimmt sein Telefon.

Öffnet die Notizen.

Chris:

„Was machst du?"

„Nummerieren."

„Natürlich."

— **01.**

Phanti schaut auf den ersten Gegenstand.

Dann:

**02.**

Chris:

„Du weißt noch gar nicht, was das wird."

„Muss ich nicht."

**03.**

Phanti betrachtet den dritten Fund.

„Der braucht Hilfe."

Chris:

„Der ist ein Gegenstand."

„Eben."

**04.**

Phanti:

„Wird unangenehm."

Chris:

„Warum?"

„Sieht man."

— Dann fünf.

Phanti stoppt.

Chris wartet.

„Was ist mit fünf?"

Phanti betrachtet den Fund.

Länger als nötig.

„Über fünf reden wir später."

Chris:

„Natürlich."

— Sechs.

Sieben.

Acht.

Neun.

Mit jeder Nummer wird die Idee weniger wie ein Witz.

Das irritiert Chris mehr als der Witz selbst.

— Bei vierzehn hält Phanti inne.

„Der bleibt zu."

Chris:

„Was heißt zu?"

„Zu."

„Warum?"

Phanti:

„Bis wir wissen, wie der ganze Quatsch endet."

— Chris schaut auf ihn.

„Wir wissen nicht mal, wie er anfängt."

Phanti:

„Doch."

„Ach ja?"

Phanti hebt seinen leeren Kaffeebecher.

„Kaffee."

Dann zeigt er zur offenen Tür.

„Offene Tür."

Dann in den verwüsteten Raum.

„Und jemand hat mich gerufen."

Chris:

„Das ist deine Ursprungsgeschichte?"

„Mehr kriegst du nicht."

— Von hinten ruft tatsächlich jemand:

„Phanti, komm mal ran."

Beide drehen sich um.

Chris sieht ihn an.

Phanti sieht zurück.

„Siehst du."

— Es geht um nichts Dramatisches.

Natürlich nicht.

Nur um einen weiteren Fund.

Jemand hält etwas hoch.

Phanti nimmt es.

Dreht es einmal in der Hand.

Chris:

„Fünfzehn."

Phanti:

„Nein."

„Warum nicht?"

„Album voll."

„Sehr wissenschaftlich."

„Man braucht Grenzen."

— Der Gegenstand landet nicht in der Kiste.

Chris zeigt darauf.

„Und was passiert damit?"

Phanti:

„Fundbüro."

„Plötzlich vernünftig."

„Mach's nicht kaputt."

— Die Sonne steht inzwischen vollständig über dem Wasser.

Der Raum verändert sich weiter.

Mitarbeiter räumen auf.

Stühle werden gerückt.

Kabel verschwinden.

Gläser werden eingesammelt.

Der Abend wird Stück für Stück entfernt.

Nur die beiden Kisten bleiben.

Vierzehn Dinge.

Vierzehn Nummern.

Vierzehn mögliche Geschichten.

— Chris betrachtet die Liste.

„Wie nennen wir das?"

Phanti:

„Was?"

„Das."

Er zeigt auf die Kisten.

Phanti:

„Zeug."

„Das Album."

„Gibt keins."

Chris schaut ihn an.

„Vor fünf Minuten hatten wir eins."

„Vor fünf Minuten war der Kaffee stärker."

— Chris nimmt Phantis Telefon.

Phanti:

„Finger."

Chris ignoriert ihn.

Über den Nummern steht noch nichts.

Er tippt:

**RESTBIERAKTEN**

Phanti liest.

Keine Reaktion.

Chris:

„Zu viel?"

Phanti:

„Nein."

„Zu dumm?"

„Auch."

„Also?"

Phanti nimmt ihm das Telefon wieder ab.

Tippt darunter:

**Fälle aus der Partyzone**

Chris liest.

Dann schaut er zu ihm.

„Du hattest das schon."

Phanti:

„Beweis es."

— Chris grinst.

Da ist es wieder.

Dieses Wort.

Beweis.

Vor nicht allzu langer Zeit hätte es sofort etwas in ihm ausgelöst.

Eine Argumentation.

Eine Gegenposition.

Eine ganze Kette von Gedanken.

Heute schaut er nur auf vierzehn absurde Gegenstände in zwei Kisten.

„Nö."

Phanti:

„Gut."

— Ein Mitarbeiter kommt mit dem Wischer zurück.

„Darf ich jetzt?"

Phanti sieht sich um.

Die Fundstücke sind gesichert.

Chris hält die Liste.

Kaffee leer.

Phanti nickt.

„Freigegeben."

Der Mitarbeiter:

„Danke, Chef."

Phanti:

„Gern."

Der Mann geht.

Chris:

„Chef?"

Phanti:

„Respektier meine Position."

„Welche Position?"

„Unklar."

— Sie tragen die Kisten nach draußen.

Beziehungsweise:

Chris trägt eine.

Phanti die andere.

Chris:

„Warum trag ich eigentlich deinen Müll?"

Phanti:

„Unser Archiv."

„Vor zehn Minuten war es Kontext."

„Strukturen entwickeln sich."

— Am Auto stellen sie beide Kisten ab.

Der Kofferraum geht auf.

Drinnen liegt bereits Zeug.

Natürlich.

Chris:

„Das passt nie."

Phanti schaut hinein.

„Doch."

„Wie?"

Phanti nimmt eine Tasche heraus.

Stellt sie Chris hin.

„Deine."

Chris:

„Warum ist meine Tasche in deinem Auto?"

Phanti:

„Längere Geschichte."

Chris:

„Seit wann?"

Phanti:

„Andere Akte."

— Chris schaut ihn an.

Phanti räumt die Kisten ein.

Als wäre nichts gewesen.

— Kaffee leer.

Auto voll.

Chris sieht zurück zur Strandbar.

Die Tür steht immer noch offen.

Drinnen wischt endlich jemand den Boden.

Von der Nacht bleibt bald nichts mehr.

Zumindest dort.

— Chris:

„Irgendwer wird das Zeug vermissen."

Phanti schließt den Kofferraum.

„Bestimmt."

„Und dann?"

Phanti:

„Dann haben wir eine Geschichte."

— Er geht zur Fahrertür.

Chris bleibt kurz stehen.

„Das ist moralisch ziemlich dünn."

Phanti:

„Fundstücke."

„Du hast gerade verhindert, dass man sie wegwirft."

„Nachhaltigkeit."

„Du bist unmöglich."

„Steig ein."

— Chris öffnet die Beifahrertür.

Bevor er einsteigt, schaut er noch einmal auf den geschlossenen Kofferraum.

Vierzehn.

Er muss grinsen.

— „Phanti."

„Hm?"

„Wenn daraus wirklich ein Album wird—"

Phanti startet den Motor.

„Ja?"

Chris überlegt.

Dann:

„Dann erzähl ich niemandem, wie es angefangen hat."

Phanti:

„Zu spät."

„Warum?"

Phanti zeigt auf Chris' Telefon.

Chris schaut.

Eine neue Nachricht von Nina.

**Wo seid ihr und warum hat mir jemand geschrieben, ihr sammelt Müll?**

Chris liest sie zweimal.

Dann zu Phanti.

„Wie weiß die das schon?"

Phanti legt den Gang ein.

„Keine Zeugen."

Chris:

„Offensichtlich doch."

Das Auto rollt los.

Im Kofferraum klappert etwas.

Phanti:

„Nummer drei."

Chris:

„Woher weißt du das?"

„Klingt nach Hilfe."

Chris lacht.

Hinter ihnen wird die Strandbar kleiner.

Vor ihnen liegen dreizehn weitere Fragen und eine Nummer vierzehn, die geschlossen bleibt.

Noch weiß keiner, welche davon später wirklich erzählt werden.

Nur eines ist bereits entschieden:

Nichts erklären.

Nichts verzieren.

Einmal lachen.

Nummerieren.

Was hier keiner haben wollte,

wird ab heute archiviert.

**Aktenzeichen Playa.**

**Akte 01 eröffnet.**

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