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Mein Teil vom Lärm · KAPITEL 7

Du wartest, bis ich schlafe

Mein Teil vom Lärm – Original-Artwork auf SoundCloud

Die Tür am Griff

Einige Wochen später wusste Chris, wie Lenas Wohnung nachts klang. Das leise Knacken der Heizung. Der Kühlschrank, der lange schwieg und dann mit einem kurzen Ruck begann. Ein loser Fuß am kleinen Tisch, wenn jemand dagegenkam.

Lena lag neben ihm. Ihr Arm lag auf seiner Brust. Als er stiller atmete, zog sie ihn weg.

Chris öffnete die Augen einen Spalt.

Sie blickte zur Tür, hob die Decke vorsichtig und setzte die Füße auf den Boden. Das Telefon nahm sie mit. Die Tür zog sie am Griff zu, damit das Schloss nicht klickte.

Chris wartete.

Aus der Küche hörte er ihre Stimme. Leise, zu undeutlich für vollständige Sätze. Einmal sagte sie: »Heute nicht mehr.« Später: »Ich weiß.«

Er hätte ebenfalls aufstehen können. Er blieb liegen und begann, Antworten zu erfinden.

Nicht genug gehört

Am Morgen stand Kaffee auf dem Tisch. Lena fragte nach seinem Tag. Chris erzählte von der Probe, von der Buchung, von Tom. Sie nickte an einer Stelle, an der er noch keine Frage gestellt hatte.

»Du hast schlecht geschlafen«, sagte sie.

»Du auch.«

Lena nahm die Tasse. »Ja.«

Mehr kam nicht.

Chris bemerkte, wie er ihre Bewegungen zählte. Telefon auf dem Tisch, Telefon in der Hand, Telefon mit dem Display nach unten. Jeder Wechsel bekam eine Bedeutung, die er nicht prüfen konnte. Er ärgerte sich über die Unsicherheit und zugleich darüber, dass sie sich nicht anmerkte, wie viel sie in ihm auslöste.

Am Abend fragte Lena, ob er bleiben wolle.

Er sagte ja.

Er hätte lieber ehrlich gesagt, dass er nicht wusste, ob er schlafen oder weiter zuhören würde.

Sie ging wieder hinaus. Diesmal wartete Chris auf jedes Wort. Die Bedeutung war nicht größer geworden, nur sein Bedürfnis, eine darin zu finden.

Als Lena zurückkam, schaltete er die Lampe an.

Sie blieb neben dem Bett stehen.

»Ich bin wach«, sagte er.

»Ich sehe es.«

»Ich weiß nicht, mit wem du redest. Und ich mach mir Geschichten daraus.«

Lena setzte sich auf die Bettkante. Sie hatte das Telefon noch in der Hand. Dann legte sie es auf den Nachttisch.

»Du kannst mich fragen«, sagte sie.

»Dann frage ich dich.«

Sie blickte zur Wand. »Ich kann dir nicht heute alles erzählen.«

Chris sah auf ihre Hände. Er wusste noch immer nicht mehr über das Gespräch. Er wusste jetzt aber, dass sie nicht vorhatte, seine Frage in dieser Nacht vollständig zu beantworten.

»Dann sag mir morgen, was du sagen kannst.«

Lena nickte.

Er machte die Lampe nicht sofort aus.

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