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Du bist gemeint · KAPITEL 9

Hinterzimmer

Du bist gemeint – Original-Artwork auf SoundCloud

Der Vorschlag

Am Samstag war Chris um drei in der Bar. Auf der Bühne standen die Mikrofone. Die Stühle fehlten noch. Marc und sein Cousin holten sie aus dem Keller.

Tarek bat Chris nach hinten. Ralf war da, ebenso sein Cousin Sven, der bisher nicht mitgearbeitet hatte. Auf dem Tisch lagen die Sponsorenzusagen und eine Liste mit Ausgaben.

Ralf hatte die Jacke über den Stuhl neben sich gelegt.

»Wir müssen das jetzt erwachsen regeln«, sagte er.

Chris blieb stehen, bis Tarek ihm einen freien Platz zeigte. Er setzte sich neben die Tür.

Ralf sagte, er habe Kontakte eingebracht. Er habe seinen Namen hingehalten. Nun müsse man ihn nicht vor allen kleinmachen. Sven nickte bei jedem zweiten Satz.

Tarek tippte auf die Ausgabenliste. »Zuerst die Beträge.«

Es fehlte eine Rückmeldung zu zweihundertachtzig Euro. Marc hatte sie für eine Gerätemiete vorgestreckt. Die Rechnung lag dabei. Ralf hatte zugesagt, sich darum zu kümmern.

»Das läuft«, sagte Ralf.

»Wann?«, fragte Tarek.

»Morgen. Montag. Die sind nicht so schnell.«

Chris betrachtete die Rechnung. Auf dem Rand stand Marcs Name in kleiner Schrift, darunter eine Kontonummer.

Der Stuhl

Sven hob sein Handgelenk, als er nach der Liste griff. Er trug eine Uhr, die Chris kannte. Ein schwarzes Band mit einem hellen Kratzer an der Schließe. Marc hatte sie beim Aufbau abgelegt, damit sie nicht zwischen die Traversen kam.

»Ist das Marcs Uhr?«, fragte Chris.

Sven hielt inne. »Hat er mir geliehen.«

»Wofür?«

Ralf griff nach der Liste. »Das hat mit den Rechnungen nichts zu tun.«

Chris sah zu Tarek. Der sah ebenfalls auf die Uhr.

»Hol ihn bitte«, sagte Tarek.

Ralf schüttelte den Kopf. »Der arbeitet gerade.«

»Dann warten wir.«

Tarek ging zur Tür und rief Marc. Als er wieder hereinkam, hatte Ralf die Jacke vom Nebenstuhl genommen. Sven zog den Ärmel über die Uhr.

Marc stand im Türrahmen, außer Atem vom Treppentragen.

»Die hab ich ihm gegeben, bis ich die andere Sache zurückzahlen kann«, sagte er.

»Welche andere Sache?«, fragte Tarek.

Sven sagte, er habe Marc etwas geliehen. Hundert Euro. Privat. Mehr nicht.

Marc nickte. Er hatte das Geld gebraucht, nachdem die Gerätemiete von seinem Konto abgegangen war.

Chris sah auf die Sponsorenzusagen. Es war nicht viel Geld. Genug aber, um einem Mann eine Uhr vom Handgelenk zu nehmen, während andere am Tisch über Respekt sprachen.

»Die Miete ist eine Veranstaltungsausgabe«, sagte Tarek. »Du kriegst sie von uns. Heute.«

Ralf begann, seine Kontakte aufzuzählen.

»Ich hab nicht gefragt, wer wen kennt«, sagte Tarek.

Chris stand auf. Er ging mit Marc nach vorn und übernahm die Stühle, während Tarek hinten die Rechnung prüfte.

In Verbindung bleiben.