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Du bist gemeint · KAPITEL 8

Du verstehst mich nicht

Du bist gemeint – Original-Artwork auf SoundCloud

Freitag

Am Freitag hatte Chris einen Termin bei seiner Mutter. Er schrieb Ralf, dass er deshalb nicht an der zusätzlichen Besprechung teilnehmen könne. Die Aufgaben seien geklärt. Am Samstag komme er ab drei. Wenn noch etwas offen sei, könne Ralf ihm bis mittags eine Liste schicken.

Eine Stunde später fragte Tarek, ob Chris aussteigen wolle.

Chris rief sofort zurück.

»Wieso?«

»Ralf sagt, du hättest keinen Bock mehr auf die Runde.«

Chris öffnete die Nachricht. Sie bestand aus vier Sätzen. Der erste begann mit Freitag. Der dritte nannte Samstag.

»Ich kann heute nicht. Morgen bin ich da.«

Tarek seufzte. »Dann schick mir das bitte direkt. Ich hab keine Zeit für sowas.«

Chris schickte ihm den ganzen Verlauf.

Danach schrieb er Ralf: Bitte gib meine Absage für heute nicht als Ausstieg weiter.

Ralf antwortete: Du verstehst mich nicht.

Chris las den Satz und spürte, wie ihm die Hitze ins Gesicht ging.

Die Geschichte wechselt

Bei seiner Mutter saß er am Tisch und sah alle fünf Minuten auf das Telefon. Sie hatte Kartoffeln gekocht. Früher hätte er dabei geholfen, die Schüssel ins Wohnzimmer zu tragen. Heute blieb er sitzen, bis sie fragte, ob er noch da sei.

Er steckte das Telefon in die Jacke.

»Tut mir leid.«

Sie setzte sich. »Du musst mir nicht erzählen, was du nicht erzählen willst. Aber dann iss wenigstens, solange es warm ist.«

Chris nahm die Schüssel.

Später schrieb Nele. Ob es stimme, dass er die Fotografien nicht freigeben wolle. Ralf meine, Chris sei beleidigt wegen des zugeschnittenen Bilds.

Chris rief sie an. Er erklärte den Freitag, den Samstag, die Credits. Seine Stimme war zu laut.

Nele ließ ihn fertigreden.

»Ich frage nur, ob ich fotografieren kann.«

Er schloss die Augen.

»Ja. Kannst du. Tut mir leid.«

Nachdem sie aufgelegt hatte, blieb er in der Küche seiner Mutter stehen. Sie spülte zwei Teller.

»Ralf?«, fragte sie.

Chris nickte.

»Er hat angerufen.«

Er sah sie an.

»Gestern. Er wollte wissen, ob bei dir alles in Ordnung ist.«

Der Brief fiel ihm wieder ein. Das Seitenfach. Die verschiedenen Jahre.

»Was hast du ihm gesagt?«

»Dass er dich fragen soll.«

Sie hielt ihm ein Handtuch hin.

Chris trocknete den nächsten Teller ab. Er musste ihn mit beiden Händen nehmen, weil er noch heiß war.

In Verbindung bleiben.