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Du bist gemeint · KAPITEL 5

Jetzt noch mal

Du bist gemeint – Original-Artwork auf SoundCloud

Die angelehnte Tür

Am folgenden Abend stand Chris wieder vor derselben Tür. Diesmal war er mit Tarek verabredet. Sie mussten besprechen, ob die Zusammenarbeit noch funktionierte.

Ralf war bereits da.

Chris hörte ihn lachen. Danach seinen eigenen Namen.

»Der steht jetzt auf Datenschutz. Früher war ihm das alles egal.«

Jemand sagte etwas, das Chris nicht verstand. Ralf antwortete: »Wenn man ihn fragt, war er sowieso immer bloß dabei.«

Chris öffnete die Tür.

Tarek stand am Regal und suchte eine Mappe. Ralf hielt einen Becher mit beiden Händen. Am Tisch saß der Bekannte von draußen.

»Was war mir egal?«, fragte Chris.

Ralf blickte in den Becher.

»Wir müssen heute das Programm machen«, sagte Tarek.

»Ja«, sagte Chris. »Und dafür will ich wissen, was hier gerade erzählt wird.«

Ralf stellte den Becher hin. »Du hast den Anfang nicht gehört.«

»Dann fang dort an.«

Die volle Länge

Ralf sprach jetzt langsamer. Es sei schwierig geworden. Chris nehme alles persönlich. Es werde doch wohl erlaubt sein, über gemeinsame Zeiten zu reden. Niemand wolle ihm schaden.

Chris zog einen Stuhl heraus, setzte sich aber nicht.

»Du hast einen Veranstalter wegen einer Polizeigeschichte angeschrieben. Du hast meine Mutter erwähnt. Du hast zwei Abende zusammengeschoben. Was davon war ein gemeinsamer Rückblick?«

Der Bekannte rutschte auf seinem Stuhl. »Ich hab's wohl falsch verstanden.«

Chris sah zu ihm. »Was hast du verstanden?«

Der Mann wiederholte die Geschichte. Stockend. Ralf als der Vernünftige, Chris als derjenige, der nicht mehr gewusst habe, was er tue.

»Das hast du mir so nicht gesagt«, sagte Tarek zu Ralf.

Ralf hob eine Hand. »Weil das alles keine Rolle spielt.«

Chris spürte, wie seine Stimme höher wurde. »Dann erzählst du es erstaunlich oft.«

Tarek legte die Mappe auf den Tisch. Niemand öffnete sie.

Ralf blickte erstmals direkt zu Chris. »Du willst immer derjenige sein, der alles richtig macht.«

»Nein.«

Chris hielt inne. Er hätte sagen können, dass er das Gegenteil längst bewiesen hatte. Stattdessen ließ er den Satz kurz.

»Du kannst mich kritisieren. Mit dem, was passiert ist.«

Ralf zog den Becher an sich.

»Dann sag halt, dass du mich nicht mehr dabeihaben willst.«

Tarek schüttelte den Kopf. »Das sagst du jetzt nicht für ihn.«

Zum ersten Mal an diesem Abend antwortete Ralf nicht sofort.

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