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Du bist gemeint · KAPITEL 3

Labermaul

Du bist gemeint – Original-Artwork auf SoundCloud

Der Ablauf

Die Planung fand in einem Raum hinter der Bar statt. An der Wand hingen alte Plakate. Eines war mit zwei verschiedenen Klebebändern befestigt, als hätte sich bereits jemand damit beschäftigt und dann aufgehört.

Tarek, der die Bar führte, ging die Liste für den Kulturabend durch. Licht, Ton, Einlass, Essen. Marc schrieb mit. Ralf saß am Kopfende und drehte einen Stift zwischen den Fingern.

Chris kam fünf Minuten zu spät. Als er die Tür öffnete, hörte er seinen Namen.

»Wir haben gerade über deine Anfangszeit geredet«, sagte Ralf.

Marc schaute auf seine Notizen.

Chris setzte sich neben ihn. »Was steht da?«

»Acht.«

»Gut.«

Nach der Besprechung standen sie draußen. Ralf unterhielt sich mit einem Mann, den Chris vom Sehen kannte. Als Chris dazukam, änderte Ralf die Haltung. Nicht viel. Sein Kopf ging etwas zurück, der Stift verschwand in der Jackentasche.

»Hab ihm gerade erzählt, was wir damals alles gemacht haben.«

Der Mann nickte. »Wilde Zeit offenbar.«

»Welche?«, fragte Chris.

Ralf lachte. »Jetzt tu doch nicht so.«

Die Quelle

Der Mann versuchte, die Geschichte zurückzugeben, als wäre sie bereits gemeinsames Wissen. Chris damals völlig neben sich. Irgendetwas mit einem Raum, einer Tasche auf einer Treppe, dann Polizei. Ralf habe noch versucht, ihn zu beruhigen.

»Wann soll das gewesen sein?«, fragte Chris.

Ralf blickte zum Mann. »Das war lange her.«

»Du hast ihm gerade davon erzählt.«

»Ich hab gar keinen Namen genannt.«

Der Mann sah auf seine Zigarette.

Chris hätte jetzt laut werden können. Die Erzählung war bereits so schief, dass er sie mit einem einzigen Nein nicht gerade bekam. Jedes Detail brauchte einen Gegensatz. Und für jeden Gegensatz musste er mehr von einem Abend erzählen, den er nicht hier besprechen wollte.

»Warst du dabei?«, fragte er den Mann.

»Nein, natürlich nicht.«

»Wer denn?«

Der Mann sah zu Ralf.

Ralf öffnete die Handflächen. »Es reden eben Leute.«

»Welche Leute?«

»Willst du jetzt hier Namen sammeln?«

Die Zigarette glühte zwischen den Fingern des Mannes. Er drückte sie aus, obwohl noch die Hälfte übrig war, sagte, er müsse weiter, und ging.

Ralf blickte ihm nach. »Das war unangenehm.«

»Für wen?«

Ralf steckte den Stift wieder aus der Jacke. »Du bist in letzter Zeit sehr auf Krawall.«

Chris nahm seine Tasche aus dem Türrahmen.

»Sag nicht noch mal, was bei mir privat ist, zu Leuten, die mich buchen sollen.«

Ralf nickte langsam. Sein Gesicht sah aus, als nehme er eine Beschwerde entgegen, die jemand beim falschen Mann abgab.

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