Du suchst nach Namen.
Vielleicht ist das schon der falsche Ansatz.
Keine Zeugen ist keine Person. Keine feste Gruppe. Kein Künstlername, hinter dem immer dieselben Menschen stehen.
Es ist ein Rahmen.
Für Musik. Für Geschichten. Für Bilder. Für Gedanken, die sonst vielleicht nirgendwo landen würden.
Menschen können auftauchen und wieder verschwinden. Eine Stimme kann einmal zu hören sein oder hundertmal. Ein Name kann wichtig sein – oder vollkommen nebensächlich. Was bleibt, ist das Werk.
Keine Zeugen kann jeder sein.
Du musst niemanden fragen. Du musst keinem Kreis beitreten. Vielleicht hörst du nur zu. Vielleicht teilst du einen Track. Vielleicht schreibst du eine Zeile. Vielleicht lieferst du irgendwann einen Beat, ein Bild, eine Aufnahme oder eine Idee.
Dann bist du nicht plötzlich Mitglied. Du hast eine Spur hinterlassen.
Das reicht.
Werde kein Zeuge.
Kein Zeuge zu sein bedeutet nicht, nichts gesehen zu haben. Es bedeutet, nicht nur zuzusehen.
Keine Zeugen. Nur Zeilen.
