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Jodeltime · KAPITEL 6

LAWINENCHOR

LAWINENCHOR

Die Geschichte

Einer fängt an.

Mehr braucht es manchmal nicht.

Chris hört den ersten Ruf, bevor er überhaupt weiß, woher er kommt.

Nicht aus der Anlage.

Nicht aus dem Backstage.

Nicht von Daniel.

Von irgendwo draußen.

Weiter oben am Hang.

„Hol-la-re-i!“

Dann Stille.

Chris bleibt stehen.

Daniel auch.

Beide sehen nach draußen.

Nichts.

Schnee liegt über dem Grat.

Dunkel.

Kalt.

Fast glatt.

Dann eine zweite Stimme.

Von weiter links.

„Hol-la-re-o!“

Chris grinst.

„Das wird lächerlich.“

Daniel:

„Ist es seit Wochen.“

Die Veranstaltung liegt diesmal an einem Ort, der für normale Menschen wahrscheinlich einfach schön wäre.

Für sie bedeutet er Logistik.

Schmale Zufahrt.

Wenig Platz.

Viel Gefälle.

Kälte.

Zusatzheizung.

Schneematten.

Technik, die nicht nass werden darf.

Menschen, die trotzdem alles nass machen.

Nina läuft mit einer Liste vorbei.

„Bitte heute niemand auf eigene Faust irgendwo hochlaufen.“

Chris:

„Wer?“

Nina:

„Alle.“

Daniel:

„Gute Regel.“

Chris:

„Sehr freiheitlich.“

Die Bühne steht nicht direkt am höchsten Punkt.

Aber hoch genug.

Hinter ihr zieht sich der Hang weiter.

Seitlich Fels.

Unten das Tal.

Dazwischen Menschen.

Viele.

Mehr als beim letzten Mal.

Und diesmal merkt Chris es nicht zuerst an der Größe.

Sondern an der Vorbereitung.

Mehr Security.

Mehr Absperrung.

Mehr Crew.

Mehr Funk.

Mehr Licht.

Mehr Wege, die klar markiert sind.

Mehr Leute, die seinen Namen kennen, bevor er sich vorgestellt hat.

Das ist neu.

Ein Stagehand kommt auf ihn zu.

„Chris, dein Mikro ist gleich bereit.“

Chris bleibt stehen.

„Du kennst mich.“

Der Mann schaut verwirrt.

„Ja.“

Chris:

„Unheimlich.“

Der Stagehand lacht.

„Ist mein Job.“

Chris:

„Noch schlimmer.“

Daniel kommt dazu.

„Du gewöhnst dich dran.“

Chris:

„Will ich gar nicht.“

„Doch.“

„Nein.“

„Wirst du.“

Chris:

„Ich kündige.“

Daniel:

„Wem?“

Pause.

Chris:

„Schwierig.“

Beim Soundcheck ist es fast still.

Keine volle Produktion.

Nur einzelne Signale.

Tiefe Pulse.

Hackbrett.

Stimme.

Chris steht vorne.

Atmet aus.

Der Atem bleibt kurz sichtbar.

Dann weg.

Er sieht hoch zum Grat.

Keine Bewegung.

Nur Schnee.

Dann macht er einen Ruf.

„Hol-la-re-i!“

Antwort.

Nicht von der Technik.

Echt.

Weiter hinten.

Chris hebt die Augenbrauen.

Noch einmal.

„Hol-la-re-i!“

Diesmal antworten zwei.

Eine Stimme tiefer.

Eine höher.

Daniel sieht zum Hang.

„Wer ist das?“

Nina:

„Keine Ahnung.“

Chris:

„Perfekt.“

Später stellt sich heraus, dass dort oben ein paar Leute vom Aufbauteam stehen.

Zumindest teilweise.

Denn bei der dritten Antwort kommt noch eine Stimme aus einer ganz anderen Richtung.

Und keiner weiß, wem sie gehört.

Chris findet das deutlich besser.

Die Show beginnt nicht mit Explosion.

Das ist diesmal wichtig.

Sie beginnt mit Kälte.

Dunkelheit.

Ein einzelner Ruf.

Dann ein zweiter.

Dann noch einer.

Die Menge ist erstaunlich ruhig.

Chris steht vorne.

Kein großes Licht.

Nur Kontur.

Atem.

Schnee.

Raum.

Er lässt die Stille länger stehen, als Daniel erwartet.

Daniel sieht seitlich hoch.

Chris merkt es.

Tut nichts.

Noch einen Moment.

Dann:

„Einer fängt an.“

Tiefe Kick.

Die erste Stimme geht raus.

Crowd antwortet.

Nicht geschlossen.

Noch nicht.

Ein paar.

Dann mehr.

Chris nimmt die nächste Zeile.

Neue Antwort.

Eine andere Ecke.

Noch eine.

Die Stimmen liegen nicht perfekt übereinander.

Manche zu hoch.

Manche zu tief.

Manche komplett daneben.

Genau deshalb funktioniert es.

„Eine Stimme wird zehn.“

Chris hält das Mikro weg.

Die Leute übernehmen.

Nicht alle.

Aber genug.

Aus einem Ruf wird Fläche.

Kein sauberer Chor.

Kein Studio.

Kein Arrangement.

Menschen.

Rau.

Unterschiedlich.

Lebendig.

Chris geht langsam über die Bühne.

Heute kein Sprint.

Keine permanente Eskalation.

Das hier wächst anders.

Nicht schneller.

Breiter.

Ein Mann vorne ruft zu früh.

Die Antwort kommt einen Takt daneben.

Chris zeigt auf ihn.

„Du warst ambitioniert.“

Gelächter.

Der Mann hebt beide Hände.

Chris:

„Wir nehmen dich später nochmal.“

Nächster Ruf.

Diesmal sitzt er.

Der ganze Bereich antwortet.

Chris zeigt wieder hin.

„Rehabilitation.“

Jubel.

Dann kommt die zweite Schicht.

Die linke Seite antwortet.

Rechts etwas später.

Hinten noch später.

Von oben am Hang kommt eine kleine Gruppe dazu.

Chris hört sie wirklich.

Nicht laut.

Aber anders.

Weiter weg.

Natürlicher.

Das Echo zieht alles auseinander.

Dann wieder zusammen.

Daniel steht seitlich und hört mit.

Nina kommt neben ihn.

„Das ist größer als geplant.“

Daniel:

„Was genau?“

„Der Chor.“

Daniel schaut nach vorne.

„Den plant niemand.“

Und genau das ist der Punkt.

Keiner dirigiert.

Trotzdem fällt immer mehr rein.

Eine Stimme trägt tief.

Eine andere zieht hoch.

Eine bricht.

Eine kratzt.

Eine kommt zu spät.

Eine ist plötzlich perfekt.

Chris gibt nur den ersten Ton.

Der Rest baut sich selbst.

„Nicht lauter.“

Chris sagt es ruhig.

Die Menge wird tatsächlich etwas stiller.

„Mehr.“

Kurze Pause.

Dann ruft eine Stimme.

Noch eine.

Noch eine.

Aus der rechten Seite.

Von hinten.

Vom Hang.

Jemand irgendwo draußen.

Schicht auf Schicht.

Nicht mehr Druck.

Mehr Menschen.

Chris dreht sich kurz zu Daniel.

Daniel hebt nur die Augenbrauen.

Keine Worte.

Nicht nötig.

Dann setzt das Hackbrett ein.

Ein Schlag.

Zwei.

Vier.

Mit jedem Durchlauf kommen mehr Stimmen.

Bass darunter.

Kein Vollgas.

Noch nicht.

Das Ganze wächst wie etwas, das man nicht mehr stoppen muss.

Chris denkt an die erste Hütte.

Hundertfünfzig Leute.

Sepp.

Ein Jodler.

Ein schlechter Soundcheckclip.

Jetzt stehen hier Menschen, die sich gegenseitig den Song weiterreichen, ohne dass er ihnen sagen muss, wie.

Das ist etwas anderes als Erfolg.

Oder vielleicht genau das.

Die Hook kommt größer zurück.

„LAWINENCHOR—“

Crowd:

„HOLLA-DI-O!“

„Eine Stimme wird zehn!“

Antwort.

„Und zehn bleiben nicht steh’n!“

Jetzt übernimmt die Menge fast alles.

Chris lässt los.

Er hört seinen ersten Ruf kaum noch heraus.

Gut.

Genau darauf lief es hinaus.

Der Beat fällt kurz weg.

Nur Stimmen.

Eine.

Dann zwei.

Dann fünf.

Dann viele.

Chris steht da.

Mikrofon unten.

Kein Bedarf.

Der Song existiert ohne ihn.

Nicht vollständig.

Aber lange genug.

Und das fühlt sich nicht bedrohlich an.

Im Gegenteil.

Es ist wahrscheinlich der beste Beweis, dass er funktioniert.

Jemand hinten ruft:

„CHRIS!“

Die Menge reagiert.

Ein paar nehmen den Namen auf.

Dann mehr.

Chris hebt sofort die Hand.

„Nein.“

Gelächter.

„Nicht meinen Namen.“

Noch mehr Gelächter.

„Den Song.“

Er gibt den Ruf.

„HOL-LA-DI-O!“

Die Antwort ist massiv.

Viel besser.

Chris nickt.

„Danke.“

Später im Set passiert etwas, das keiner geplant hat.

Die Produktion läuft.

Bass.

Licht.

Stomp.

Alles sitzt.

Dann fällt auf einer Seite ein Monitor aus.

Nur kurz.

Chris hört es.

Techniker reagieren.

Daniel sieht zum Pult.

Nina ebenfalls.

Die Menge merkt fast nichts.

Und dann fängt genau dort jemand an zu jodeln.

Ohne Track.

Ein anderer übernimmt.

Noch einer.

Für ein paar Sekunden füllen die Leute die Lücke selbst.

Der Monitor kommt zurück.

Song läuft weiter.

Chris grinst.

„Ihr braucht uns bald gar nicht mehr.“

Von vorne:

„DOCH!“

Chris:

„Sehr beruhigend.“

Nach der Show stehen mehr Leute als sonst am Ausgang.

Aber die Stimmung ist anders.

Weniger Einzelne wollen den einen Moment.

Mehr Gruppen.

Freunde.

Familien.

Leute, die gemeinsam gekommen sind.

Ein Mann sagt:

„Wir waren acht.“

Chris:

„Okay.“

„Dann haben noch sechs zugesagt.“

„Auch okay.“

„Jetzt sind wir zweiundzwanzig.“

Chris schaut hinter ihn.

„Mathematik eskaliert.“

Eine Frau sagt:

„Wir haben im Auto schon geübt.“

Chris:

„Was?“

Sie und drei andere gleichzeitig:

„HOLLA-DI-O!“

Chris nickt langsam.

„Bereue die Frage.“

Ein anderer:

„Bei uns im Ort machen das jetzt alle.“

Chris:

„Was heißt alle?“

„Alle.“

„Sehr wissenschaftlich.“

„Der Metzger auch.“

Chris:

„Jetzt glaub ich’s.“

Daniel steht einige Meter weiter und spricht mit einem Booker.

Nicht Martin.

Ein anderer.

Normale Schuhe.

Chris sieht das.

Gut.

Sehr gut.

Daniel bemerkt den Blick.

Kommt später rüber.

„Alles okay?“

Chris:

„Ja.“

Daniel:

„Du guckst.“

Chris:

„Ich kontrolliere Schuhe.“

Daniel:

„Warum?“

Chris:

„Lange Geschichte.“

Daniel versteht nichts.

Das ist in diesem Fall korrekt.

Im Produktionsbereich liegen Ausdrucke.

Anfragen.

Neue Termine.

Zusatztermine.

Größere Locations.

Festivaloptionen.

Jemand hat auf einem Blatt handschriftlich vermerkt:

**JODELTIME – Nachfrage deutlich über Plan.**

Chris sieht es.

„Welcher Plan?“

Daniel:

„Es gab keinen.“

Chris:

„Sehr gut.“

Nina:

„Jetzt schon.“

Chris schaut sie an.

„Verrat.“

Daniel legt ein weiteres Blatt hin.

„Wir müssen anfangen, Dinge zu strukturieren.“

Chris:

„Du klingst krank.“

„Ich meine das ernst.“

„Noch schlimmer.“

Daniel:

„Die Anfragen überschneiden sich.“

Chris:

„Dann sagen wir nein.“

„Zu manchen.“

„Gut.“

„Zu anderen nicht.“

Chris schaut ihn an.

Daniel:

„Auch gut.“

Chris nimmt die Liste.

Zum ersten Mal liest er sie komplett.

Nicht nur einen Termin.

Nicht nur die nächste Bühne.

Eine Reihe.

Eine echte Reihe.

Orte.

Städte.

Festivals.

Hallen.

Berglocations.

Einige weit weg.

Einige groß.

Einige sehr groß.

Er schaut länger.

Nicht erschrocken.

Eher beeindruckt.

„Das ist viel.“

Daniel:

„Ja.“

Chris:

„Gut.“

Daniel nickt.

„Gut.“

Nina:

„Ich hasse euch beide.“

Dann kommt Sepp.

Nicht als Nachricht.

Echt.

Chris sieht ihn zuerst nicht.

Jemand ruft hinter ihm:

„Der Fuß ist da!“

Chris dreht sich um.

Sepp steht im Gang.

Jacke.

Schnurrbart.

Genervter Blick.

Chris hebt beide Arme.

„SEPP!“

Die Leute in der Nähe reagieren sofort.

Jemand:

„ER WIPPT!“

Sepp:

„Ich geh wieder.“

Chris lacht.

Geht zu ihm.

„Was machst du hier?“

Sepp:

„Schauen, was ihr aus meiner Hütte gemacht habt.“

Chris:

„Deiner Hütte?“

„Da hat’s angefangen.“

„Bei meinem Song.“

„In meiner Hütte.“

„Mit meinem Jodel.“

Sepp:

„Mit meinem Fuß.“

Pause.

Chris nickt.

„Starkes Argument.“

Daniel kommt dazu.

„Du bist wirklich gefahren?“

Sepp:

„Leider.“

Nina:

„Ich bin Nina.“

Sepp gibt ihr die Hand.

„Mein Beileid.“

Chris:

„Er mag uns.“

Sepp:

„Nein.“

Später steht Sepp seitlich an der Bühne, während draußen die letzten Leute noch singen.

Er hört zu.

Einzelne Stimmen.

Dann Gruppen.

Dann wieder weniger.

„Das ist schon irre“, sagt er.

Chris steht neben ihm.

„Ja.“

Sepp:

„Damals waren’s ein paar Leute.“

Chris:

„Hundertfünfzig.“

Sepp:

„Offiziell.“

Chris sieht ihn an.

Sepp grinst.

Ein Ruf geht über das Gelände.

Weiter hinten antwortet jemand.

Dann nochmal.

Schwächer.

Dann nur noch zwei Stimmen.

Dann eine.

Stille.

Chris hört hin.

Sepp:

„Jetzt brauchst du den Song eigentlich nicht mehr.“

Chris:

„Wie meinst du?“

Sepp zeigt nach draußen.

„Die machen den alleine.“

Chris schaut.

Menschen gehen langsam Richtung Ausgang.

Einige singen noch.

Andere lachen.

Keiner dirigiert.

Keiner organisiert.

Es läuft einfach weiter.

Chris:

„Ist gut so.“

Sepp sieht ihn an.

„Echt?“

„Ja.“

„Ich wär beleidigt.“

Chris:

„Du bist grundsätzlich beleidigt.“

„Stimmt.“

Daniel kommt mit seinem Telefon.

Chris sieht es.

„Nein.“

Daniel:

„Was nein?“

„Wenn du jetzt mit Zahlen kommst, geh ich.“

Daniel:

„Keine Zahlen.“

Chris:

„Gut.“

„Nur Information.“

Chris:

„Gefährlich.“

Daniel:

„Das Festival von Gipfelstrom hat bestätigt.“

Chris schaut ihn an.

Daniel nennt die Bühne.

Chris kennt sie.

Groß.

Richtig groß.

Nicht mehr nur ein Schritt.

Ein Sprung.

Sepp pfeift leise.

„Nicht schlecht.“

Chris:

„Mhm.“

Daniel:

„Und sie wollen den Lawinenchor als Abschluss vom Block.“

Chris sieht raus.

„Warum?“

Daniel:

„Weil sie die Videos von heute schon haben.“

Chris:

„Heute?“

Nina:

„Natürlich.“

Chris nimmt Daniels Telefon.

Ein Clip.

Der Beat ist weg.

Nur Stimmen.

Er selbst steht vorne und macht nichts.

Die Crowd trägt den Ruf.

Dann noch eine Ebene.

Dann noch eine.

Video endet.

Darunter Kommentare.

Viele.

Chris gibt das Telefon zurück.

Sepp:

„Da haste deinen Scheiß.“

Chris:

„Sehr poetisch.“

„Bitte.“

Später fährt Sepp mit einem anderen Wagen runter.

Bevor er geht, dreht er sich noch einmal um.

„Chris.“

„Was?“

„Wenn du irgendwann völlig abhebst—“

Chris hebt die Augenbraue.

„Ja?“

Sepp:

„Ich hab das Video vom ersten Soundcheck.“

Chris:

„Das hab ich auch.“

„Nicht das.“

Chris wird misstrauisch.

„Was dann?“

Sepp grinst.

„Das davor.“

Chris:

„Was ist darauf?“

Sepp geht rückwärts.

„Du beim ersten Jodelversuch.“

Chris:

„Sepp.“

„War richtig schlecht.“

„SEPP.“

„Schlaf gut.“

Und weg.

Chris bleibt stehen.

Daniel:

„Das will ich sehen.“

Chris:

„Nein.“

Nina:

„Ich auch.“

Chris:

„Ihr seid gekündigt.“

Daniel:

„Wem?“

Chris schaut ihn an.

Verdammt.

Später im Wagen ist es ruhiger.

Nicht weil weniger passiert.

Im Gegenteil.

Daniel arbeitet.

Nina sortiert.

Telefone vibrieren.

Termine.

Anfragen.

Clips.

Der Chor läuft längst online weiter.

Chris sitzt hinten und sieht aus dem Fenster.

Nicht nachdenklich im schweren Sinn.

Nur satt.

Nach einer guten Show.

Nach einer guten Reihe von Shows.

Nach diesem Gefühl, dass etwas wächst, ohne dass man jeden Zentimeter davon bauen muss.

Auf dem Handy läuft noch einmal der Clip.

Eine Stimme.

Dann zwei.

Dann zehn.

Dann viele.

Chris hört seinen eigenen Ursprung kaum.

Das gefällt ihm.

Er speichert das Video.

Daniel dreht sich um.

„Alles gut?“

Chris:

„Ja.“

„Sicher?“

Chris:

„Du lernst wirklich nichts.“

Daniel:

„Beruf.“

Chris zeigt auf das Video.

„Das hier.“

Daniel schaut.

„Was?“

„Das ist der Punkt.“

Daniel wartet.

„Nicht lauter.“

Chris grinst.

„Mehr.“

Daniel nickt langsam.

„Das könnte problematisch werden.“

Chris:

„Warum?“

Daniel hebt seine Liste.

„Weil gerade alles mehr wird.“

Chris schaut darauf.

Dann aus dem Fenster.

„Gut.“

Und wieder meint er es.

Hinter ihnen verschwinden Bühne und Hang.

Vor ihnen liegen noch größere Orte.

Noch mehr Menschen.

Noch mehr Stimmen.

Der erste Ruf ist längst draußen.

Er gehört nicht mehr nur Chris.

Er springt von Ort zu Ort.

Von Mensch zu Mensch.

Von Gipfel zu Gipfel.

Von Hang bis ins Tal.

Erst hört man nur einen.

Dann hört man alle.