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OFFENE POSTEN · KAPITEL 13

Der Platz am Kopfende

Der Platz am Kopfende

Als sie den letzten Koffer aus dem Hof trugen, stand dort wieder Karls Wagen. Er war nicht sauberer geworden. Am hinteren Rad hing derselbe eingetrocknete Schlamm.

Drinnen saß ein Mann am Kopfende des Tisches. Er trug einen dunklen Pullover und schrieb mit einem Kugelschreiber in ein kariertes Heft. Karl zeigte ihm den Grundriss, den Chris bislang nie gesehen hatte.

Nora stand daneben.

Leon blieb im Flur stehen. Seine Hand schloss sich fester um den Griff.

Der Mann hob den Kopf. „Sie machen hier den Ton?“

„Ich habe ihn gemacht“, sagte Leon.

„Könnten wir kurz sprechen? Ich suche jemanden für die Abende ab Januar.“

Leon stellte den Koffer ab.

Chris wartete an der offenen Hoftür. Er wollte Leon weder warnen noch für ihn antworten. Im Raum fragte Leon nach den Aufgaben, dem Budget und danach, wer den Auftrag erteilen würde. Er fragte so genau, dass Karl irgendwann zur Theke ging.

Als Leon wieder herauskam, nahm er den Koffer auf.

„Und?“, fragte Chris.

„Er schickt mir was.“

„Machst du es?“

„Ich lese erst.“

Sie luden ein. Chris hielt das Stativ am oberen Ende, Leon schob es unter die übrigen. Auf dem Hof lag noch der Mineralwasserkarton vom ersten Freitag. Die Pappe war aufgeweicht. Der Hammergriff lag dahinter, halb in einer Pfütze.

Chris hob ihn auf und legte ihn auf die Fensterbank. Er wusste nicht, warum. Es war kein Geschenk und kein Abschied.

Karl kam zur Tür.

„Die erste Rate geht Ende des Monats raus.“

Chris nickte. „Der Dreißigste.“

Karl schaute an ihm vorbei zu Leon. Es hätte ein alter Satz folgen können. Eine Bitte, noch schnell etwas einzustellen, ein Hinweis auf früher, ein Witz, der das Gespräch auf einen vertrauten Platz zurückbrachte.

Er sagte nichts.

Leon schloss den Wagen.

Am dreißigsten kam die Rate nicht.

Chris wartete nicht bis zum nächsten Freitag. Er schrieb Karl am folgenden Morgen. Betrag, vereinbarter Termin, Bitte um Klärung. Ohne Drohung. Ohne ein Bild vom Tisch. Ohne die Geschichte, die er früher gebraucht hätte, damit sein Satz Gewicht bekam.

Karl antwortete am Nachmittag. Er hatte die Zahlung ausgelöst. Einen Tag später war sie da.

Chris trug den Eingang ein. Die übrigen Raten ließ er stehen.

Es gab eine Zeit, in der er diese Zeilen gelöscht hätte, um sich selbst zu beweisen, dass wieder alles in Ordnung war.

Jetzt schloss er die Datei.

Am Abend fuhr er zu Leon. In dessen Werkstatt war die Platte noch auf den Böcken. Diesmal standen keine Ausdrucke darauf. Leon hatte eine Lampe aufgestellt und zwei Lautsprecher angeschlossen. Sie wollten eine Aufnahme hören, an der Chris seit Wochen nicht weitergekommen war.

Es gab keinen Platz am Kopfende.

Chris zog sich einen Hocker heran.

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