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Mein Teil vom Lärm · KAPITEL 4

Auf meine Rechnung

Mein Teil vom Lärm – Original-Artwork auf SoundCloud

Hinter Kassel

Chris und Tom wollten gemeinsam zu einem Konzert. Zwei Karten, seit Monaten gekauft. Tom hatte den Nachmittag organisiert, den Sohn zu seiner Mutter gebracht und seinem Chef erklärt, warum er früher gehen musste.

Die rote Lampe erschien kurz hinter Kassel.

Tom zeigte auf die nächste Ausfahrt. Chris sah das Schild, die Restkilometer auf dem Display und die Uhr.

»Noch bis zur Stadt.«

»Die ist rot.«

»Ich seh sie.«

Chris wollte nicht noch einmal zu spät sein. Das sagte er. In seinem Kopf klang es vernünftig. Der Wagen war alt, hatte oft Warnungen gezeigt, die später niemand ernst genommen hatte. Er machte aus diesen früheren Anzeigen eine Erlaubnis für die jetzige.

Zwei Kilometer hinter dem Schild verlor der Motor Leistung.

Chris lenkte auf den Seitenstreifen. Ein Laster zog vorbei, so dicht, dass der Wagen sich bewegte. Er stellte den Motor ab.

Tom griff nach der Warnweste.

Sie stiegen auf der Beifahrerseite aus und gingen hinter die Leitplanke. Chris rief den Pannendienst. Der Wind machte es schwer, die Antworten zu verstehen. Die Karten lagen auf dem Rücksitz.

Die fehlenden Stunden

In einer Tankstelle warteten sie auf eine Möglichkeit weiterzufahren. Das Konzert war bereits zur Hälfte vorbei. Tom hatte seit zehn Minuten nichts gesagt. Chris erzählte ihm von früheren Warnanzeigen, von der letzten Inspektion, von der Frage, ob man den Wagen überhaupt noch reparieren sollte.

Tom schaute auf den Becher zwischen seinen Händen.

»Du musst mir das Auto nicht erklären.«

Chris hörte auf.

»Ich hab dir gesagt, du sollst halten.«

»Ja.«

»Du hast mir erklärt, warum du's besser weißt.«

Chris betrachtete das Kassenband. Ein Kassierer schob einen Schokoriegel nach vorn, weil ein Kind nicht herankam.

»Ja«, sagte er wieder.

Die Heimfahrt war teuer. Die Reparatur würde teurer. Chris bezahlte beide Karten, obwohl Tom meinte, seine sei ohnehin schon weg gewesen. Er schrieb der Werkstatt, dass die Rechnung an ihn gehen sollte. Tom bekam davon keinen Abend zurück.

Am nächsten Morgen schickte Chris ihm ein Foto von der Auftragsbestätigung. Dann löschte er die bereits getippte Frage, ob damit alles wieder gut sei.

Tom antwortete am Nachmittag: Probe Donnerstag passt noch.

Chris las die Nachricht mit Erleichterung. Er bemerkte, wie schnell er sie in etwas Größeres verwandeln wollte.

Er schrieb nur: Bis Donnerstag.

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