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Du bist gemeint · KAPITEL 11

Jetzt kennst du meine Nummer

Du bist gemeint – Original-Artwork auf SoundCloud

Samstag frei

Ralf rief am Montag an, als wäre das Wochenende ein Missverständnis gewesen, das sich durch einen gewöhnlichen Ton erledigen ließ.

Er fragte, wie es Chris gehe. Wartete die Antwort nicht ganz ab. Dann erzählte er, dass er am Samstag einiges aus einem Lager holen müsse. Chris' Wagen habe genug Platz. Er selbst könne den größeren nicht fahren. Es seien nur ein paar Stunden.

Chris stand am Fenster. Unten lud ein Lieferfahrer Pakete auf eine Sackkarre.

»Nein«, sagte er.

Ralf schwieg kurz.

»Du weißt doch noch gar nicht, wann.«

»Ich mache das nicht.«

»Hast du was vor?«

Chris sah auf die Uhr. »Ich will meinen Samstag frei halten.«

»Ach so. Du hast also Zeit.«

Die Bitte

Ralf zählte auf, wer alles abgesagt hatte. Dann frühere Gefälligkeiten. Das Mikrofon kam vor. Die Wache kam vor, nur mit einer anderen Richtung der Schuld. Schließlich das Wort Bruder.

Chris hielt das Telefon vom Ohr weg, als Ralf lauter wurde.

»Ich bin nicht dein Fahrer«, sagte er.

»Das hat auch keiner behauptet.«

»Du akzeptierst mein Nein nicht.«

Ralf schnaubte. »Man merkt erst dann, wer seine Freunde sind.«

Chris hätte ihm den Clip nennen können. Die Gerätemiete. Marc. Es hätte Ralf einen neuen Punkt gegeben, gegen den er argumentieren konnte.

»Den Schlüssel kannst du bei Tarek abgeben«, sagte Chris. »Die Sachen schreibe ich dir noch.«

Ralf legte auf.

Am Samstag saß Chris mit Nele in einem Café. Sie sortierten die Veranstaltungsbilder. Auf dem Telefon erschienen Fotos von einem Lager, Möbeln und drei Leuten, die einen Schrank trugen. Ralf hatte dazu geschrieben, dass auf manche Menschen Verlass sei.

Chris nahm das Telefon vom Tisch und steckte es in die Jacke.

»Willst du die Gruppenaufnahme zuerst?«, fragte Nele.

Er nickte.

Sie zeigten jeden, der darauf stand. Auch Ralf. Sein Platz war ein Platz unter anderen.

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