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Du bist gemeint · KAPITEL 6

Dein Name steht da nicht

Du bist gemeint – Original-Artwork auf SoundCloud

Der Beitrag

Am Dienstag erschien Ralfs Bericht über den bevorstehenden Kulturabend.

Mein Projekt. Meine Leute. Wochenlange Arbeit.

Auf dem Foto stand Ralf vor der Bühne. Daneben war Platz, wo Nele gestanden hatte. Marc fehlte ganz. Tarek war auf einen Arm am Bildrand reduziert. Chris kam im Text vor, als musikalischer Gast.

Er las den Beitrag, während Marc im Veranstaltungsraum die Kabel beschriftete.

Auf dem Boden lagen kleine Papierstücke. Marc schrieb die Nummern mit einem dicken Stift, faltete jedes Etikett über das Kabel und klebte es fest. Er hatte einen Tag Urlaub genommen. Seine Mutter wartete unten im Wagen, weil er ihr versprochen hatte, später den Einkauf zu tragen.

Chris hielt ihm das Telefon hin.

Marc las und gab es zurück.

»Ist doch Werbung«, sagte er.

»Für wen?«

Marc zog das nächste Kabel heran. »Wenn Leute kommen, ist's gut.«

Chris setzte sich auf den Bühnenrand. »Was hast du alles gemacht?«

Marc nannte Techniklisten, Transport, zwei Abende Aufbau, Rückgabezeiten. Chris schrieb mit. Danach fragte er Nele, Tarek und die Frau, die am Einlass helfen würde.

Die Namen

Er stellte einen sachlichen Beitrag zusammen. Wer die Räume bereitstellte. Wer das Programm kuratierte. Wer Licht und Ton einrichtete. Wer fotografierte, Karten abriss, Essen vorbereitete. Ralf hatte Sponsoren angerufen und zwei Plakate verteilt. Auch das stand darin.

Chris schickte den Text zuerst an die Beteiligten. Marc antwortete: Bei den Transporten war mein Cousin auch dabei.

Chris ergänzte ihn.

Tarek veröffentlichte die Liste auf der Veranstaltungsseite. Darunter das unbeschnittene Gruppenfoto, das Nele freigegeben hatte.

Ralf rief am Abend an.

»Musste das sein?«

»Die Leute stehen mit ihrer Arbeit drin.«

»Jetzt sieht das aus, als hätte ich nichts gemacht.«

Chris las den Abschnitt über die Sponsoren vor.

Ralf sagte, der Ton sei kleinlich. Chris hatte den Ton schon vor dem Gespräch dreimal geprüft. Jetzt war er froh, dass er die Formulierungen nicht noch schärfer gemacht hatte.

»Dein Anteil ist drin«, sagte er.

Ralf schwieg.

»Ich hab auch deine Nummer bei dem Sponsor vermittelt«, sagte er dann.

»Ja. Das steht da.«

Das Gespräch endete ohne Abschied.

Später schickte Marc das Gruppenbild in hoher Auflösung. Chris öffnete es. Hinter der Bühne stand eine Frau mit einer Plastiktüte in der Hand. Sie gehörte nicht zum Team. Sie hatte bloß Essen vorbeigebracht und war auf dem Foto geblieben.

Chris fragte Marc nach ihrem Namen.

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