Kapitel 11
Es wurde kein außergewöhnliches Gespräch. Genau das war das Schöne daran. Kein Geständnis. Keine große Versöhnung. Keine Musik im Hintergrund. Sie redeten. Lachten einmal. Schwiegen kurz. Erzählten sich Dinge, die zwei Tage später wahrscheinlich keiner mehr vollständig hätte wiedergeben können.
Irgendwann sagte der andere:
„Gut, dass du angerufen hast.“
Chris schaute auf die kalte Tasse.
„Ja“, sagte er.
Mehr nicht. Als das Gespräch vorbei war, blieb er noch eine Weile sitzen. Es hatte sich nichts verändert. Und alles. Draußen war dieselbe Straße. Dieselbe Nacht. Dieselbe Wohnung. Chris war immer noch derselbe Mann mit denselben Fehlern, Rechnungen, Erinnerungen und offenen Fragen. Vielleicht war genau das die Erkenntnis.
Ein erfülltes Leben fühlt sich wahrscheinlich nicht permanent erfüllt an. Meistens fühlt es sich an wie Dienstag. Wie Kaffee. Wie Warten. Wie jemand, der im Nebenzimmer herumläuft. Wie eine Nachricht. Wie fünf Minuten am Telefon. Wie eine Hand, die selbstverständlich etwas trägt.
Wie ein Mensch am Tisch, von dem man glaubt, er werde nächste Woche wieder dort sitzen. Das Große versteckt sich im Gewöhnlichen. Und wir erkennen es oft erst, wenn das Gewöhnliche nicht mehr zurückkommt.