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FREESTYLE FÜR IMMER · KAPITEL 11

WENN DAS LICHT AUSGEHT

WENN DAS LICHT AUSGEHT

Die Geschichte

Kurz vor dem Morgen wird die Nacht farblos.

Das tiefe Schwarz wird grau. Straßenlaternen wirken plötzlich unnötig. Erste Lieferwagen tauchen auf. An einer Bäckerei brennt schon Licht.

Chris fährt Richtung Zuhause.

Die Musik ist leiser geworden.

Nicht, weil sie weniger bedeutet.

Weil nichts mehr bewiesen werden muss.

Er denkt an die Nacht zurück, obwohl sie noch nicht vorbei ist.

An einen Namen an der ersten Ampel.

An ein beleuchtetes Fenster.

An Tanzflächen, Telefonnummern, Zettel, Sommerluft, Garderobenmarken, Tankstellen, verlorene Freunde und Menschen, denen man etwas hätte sagen können.

Keiner dieser Momente kommt zurück.

Diesmal tut der Gedanke nicht weh.

Er darf einfach wahr sein.

Vor einem Haus geht eine Außenlampe aus.

Ein Bus fährt fast leer an ihm vorbei.

Die Stadt beginnt ihren nächsten Tag, während irgendwo noch jemand seinen letzten Song der Nacht hört.

Chris parkt.

Motor aus.

Für einen Moment bleibt die Musik an, weil die Elektronik noch Strom hat.

Dann wird auch sie still.

Er sitzt noch ein paar Sekunden im Wagen.

Früher hätte man vielleicht gesagt: Was für eine Nacht.

Heute braucht es den Satz nicht.

Er weiß, was geblieben ist.

Nicht die Clubs.

Nicht die Autos.

Nicht die Kleidung.

Nicht einmal alle Menschen.

Geblieben ist diese merkwürdige Verbindung zwischen Klang und Erinnerung.

Ein Takt.

Eine Snare.

Und du weißt wieder alles.

Chris steigt aus und schließt das Auto ab.

Der Morgen ist schon da.

Er geht hinein, ohne sich noch einmal umzudrehen.

Denn zurück muss er nicht.

Ein Teil dieser Zeit ist längst mit ihm weitergegangen.

FREESTYLE FÜR IMMER.

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