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Jodeltime · KAPITEL 4

ALM AUF ANSCHLAG

ALM AUF ANSCHLAG

Die Geschichte

Der Unterschied zwischen einer guten Idee und einer schlechten Idee ist manchmal nur, wie viele Leute gleichzeitig daran glauben.

Bei dieser hier sind es zu viele.

Chris merkt das, noch bevor er die Hütte betritt.

Draußen hängt Wind im Hang.

Drinnen beschlagen die Fenster.

Schon beim Öffnen der Tür kommt ihm warme Luft entgegen, schwer von Holz, Jacken, Bier, Technik und Menschen.

Daniel bleibt neben ihm stehen.

„Gemütlich.“

Chris schaut in den Raum.

„Du hast ein krankes Verhältnis zu Sprache.“

Die Garderobe ist voll.

Nicht mit Leuten.

Mit Jacken.

Überall Jacken.

Haken voll.

Stühle voll.

Eine Bank voll.

Auf einem Heizkörper liegt eine einzelne Mütze, die offensichtlich aufgegeben hat.

Chris hebt sie hoch.

„Wem gehört die?“

Niemand reagiert.

Daniel:

„Jetzt dir.“

Chris legt sie zurück.

„Zu viel Verantwortung.“

Die Hütte ist größer als die erste.

Nicht groß.

Nur größer.

Genug, dass deutlich mehr Menschen hineinpassen.

Und offenbar auch genug, dass jemand beschlossen hat, jede freie Fläche zu nutzen.

Tische sind an die Wände geschoben.

Bänke stehen schräg.

Kabel laufen unter Matten.

Zusätzliche Lichtleisten hängen zwischen alten Holzbalken.

Ein Techniker kriecht unter einer Bühne hervor.

Chris:

„Lebt der noch?“

Der Mann schaut hoch.

„Gerade so.“

„Gut.“

„Frag nach der Show nochmal.“

Chris sieht Daniel an.

„Sympathisch.“

Der Veranstalter heißt Hannes.

Hannes redet schnell.

Nicht nervös.

Eher elektrisiert.

„Wir haben draußen noch Leute.“

Daniel:

„Natürlich.“

Hannes:

„Und hinten noch.“

Chris:

„Hinten wo?“

Hannes zeigt auf eine Tür.

„Nebenraum.“

Chris schaut hin.

„Da ist ein Nebenraum?“

„War mal Lager.“

„Und jetzt?“

Hannes lächelt.

Chris:

„Sag nicht.“

„Zusatzfläche.“

Daniel schließt kurz die Augen.

Chris geht durch den Raum.

Noch leer genug für Soundcheck.

Aber selbst jetzt wirkt alles knapp.

Holz.

Holz.

Noch mehr Holz.

Ein paar schwere Tische.

Fenster mit dicken Rahmen.

An einer Wand hängt ein altes Bild von Kühen.

Chris bleibt stehen.

„Das lebt heute gefährlich.“

Daniel schaut hin.

„Was?“

„Die Kühe.“

„Lass die Kühe in Ruhe.“

Der Soundcheck startet.

Stomp.

Tiefer Bass.

Eine trockene Kick.

Chris hört den ersten Einschlag.

Die Hütte antwortet sofort.

Nicht musikalisch.

Materiell.

Eine Tür klappert.

Ein Glas zittert auf einem Regal.

Von irgendwo kommt ein dumpfer Holzton.

Chris nimmt das Mikrofon.

„Was war das?“

Techniker:

„Gebäude.“

Chris:

„Sehr präzise.“

„Mehr hab ich nicht.“

Noch einmal.

Kick.

Bass.

Holz.

Diesmal klappert irgendwas über der Bar.

Hannes schaut hoch.

Chris:

„Versicherung?“

Hannes:

„Vorhanden.“

Daniel:

„Das ist wenigstens Fortschritt.“

Der Songtext funktioniert in diesem Raum fast zu gut.

Alles aus Holz.

Boden, Wände, Decke, Bühne.

Und überall Druck.

Chris läuft über die Bretter.

Ein Schritt.

Noch einer.

Der Boden federt minimal.

Nicht gefährlich.

Aber spürbar.

Er bleibt stehen.

„Der bewegt sich.“

Techniker:

„Ja.“

„Soll der das?“

„Ein bisschen.“

Chris:

„Was ist ein bisschen?“

Der Techniker grinst.

„Weniger als heute Abend.“

Chris schaut zu Daniel.

Daniel:

„Frag nicht weiter.“

Hinter der Bühne steht eine Kiste Getränke.

Daneben ein Teller mit belegten Broten.

Chris sieht sie.

Dann Daniel.

„Essen.“

Daniel schaut hin.

„Ja.“

Chris:

„Richtiges.“

Daniel:

„Noch.“

Chris:

„Was soll das heißen?“

„Nichts.“

Chris nimmt eins.

„Ich dokumentiere den Moment.“

Daniel:

„Mach ein Foto.“

„Zu privat.“

Kurz vor Einlass verändert sich die Hütte.

Türen auf.

Menschen rein.

Jacken weg.

Stimmen hoch.

Der Raum füllt sich schneller, als die Bar hinterherkommt.

Hannes rennt einmal an Chris vorbei.

Dann zurück.

Dann wieder vorbei.

Chris:

„Hannes.“

Hannes stoppt.

„Ja?“

„Weißt du noch, wohin du willst?“

Hannes denkt.

„Nein.“

„Gut.“

Und rennt weiter.

Daniel steht an der Seite und zählt nichts.

Zumindest behauptet er das.

Chris sieht auf sein Telefon.

„Du zählst.“

Daniel:

„Ich beobachte.“

„Du rechnest.“

„Nebenwirkung.“

„Hör auf.“

Daniel steckt das Telefon weg.

„Besser?“

„Ja.“

Pause.

Daniel:

„Ist voll.“

Chris:

„Das sehe ich.“

Draußen kommt Wind gegen die Scheiben.

Drinnen werden sie blind.

Erst unten.

Dann komplett.

Kondenswasser läuft in kleinen Bahnen nach unten.

Chris steht hinter dem Vorhang.

Sieht nur noch Menschen.

Kein Berg.

Kein Tal.

Keine Aussicht.

Nur Innenraum.

Daniel schaut ebenfalls raus.

„Fenster tot.“

Chris:

„Perfekt.“

„Warum?“

„Dann kann keiner fliehen.“

Daniel schaut ihn an.

„Beruhigend.“

Die Show beginnt.

Erster Song.

Der Raum springt sofort an.

Nicht langsam.

Keine Prüfung.

Keine Unsicherheit.

Die Leute wissen inzwischen, worauf sie sich eingelassen haben.

Jodeltime ist kein Witz mehr.

Es ist ein Ritual geworden.

Und genau das macht Chris Spaß.

Beim zweiten Song steht der erste Mensch auf einer Bank.

Chris sieht ihn.

Dann noch einen.

Dann drei.

Hannes sieht es auch.

Zeigt Richtung Boden.

Niemand reagiert.

Hannes schaut zu Daniel.

Daniel hebt beide Hände.

Nicht sein Problem.

Chris lacht.

Dann Alm auf Anschlag.

Kein Intro zum Nachdenken.

Kein Aufbau.

Holzstampfen.

Bass.

Direkt rein.

Chris hebt das Mikrofon.

„ALM AUF ANSCHLAG!“

Der Raum springt.

Alles gleichzeitig.

Der Boden gibt nach.

Nur minimal.

Aber spürbar.

Chris fühlt es durch die Schuhe.

Kick.

Stomp.

Bass.

Die Hütte wird zu einem Instrument.

Balken knacken.

Türrahmen zittern.

Gläser wandern.

Eine Lampe schwingt leicht.

Chris schaut hoch.

„DIE DA OBEN MACHT MIT!“

Die Leute schreien.

Daniel schaut zur Lampe.

Dann zu einem Techniker.

Der Techniker hebt den Daumen.

Daniel glaubt ihm nicht.

Hook.

„Alm auf Anschlag—“

Der Raum:

„HOLLA-DI-O!“

Chris:

„Nochmal!“

Noch lauter.

Die Leute hinten hören die ersten Silben und werfen sie nach vorne.

Vorne kommt etwas zurück.

Nicht sauber.

Nicht exakt.

Aber massiv.

Ein Typ links versucht, synchron auf der Bank zu springen.

Zwei andere machen mit.

Die Bank verrutscht.

Alle drei erschrecken.

Niemand fällt.

Chris stoppt mitten in einer Zeile.

„Das war knapp.“

Gelächter.

Der Typ hebt beide Hände.

Chris:

„Setz dich.“

Der Typ setzt sich.

Chris:

„Danke.“

Zwei Sekunden später steht er wieder.

Chris zeigt auf ihn.

„Du lernst langsam.“

Der Drop kommt.

Der ganze Raum drückt nach vorne.

Nicht gefährlich.

Aber dicht.

Security korrigiert.

Leute lachen.

Jemand verliert eine Mütze.

Noch eine.

Chris denkt kurz an die aus der Garderobe.

Vielleicht ist das hier einfach ein Mützenproblem.

„Hol-la-di!“

„HOL-LA-DO!“

„Kick auf die Eins—“

Die Menge ist schneller.

Sie brüllt die Antwort, bevor Chris fertig ist.

Er grinst.

„Ihr seid unerträglich.“

Jubel.

„Schon wieder zu früh.“

Noch mehr Jubel.

Daniel steht seitlich.

Arme verschränkt.

Lächelt.

Und dann kommt dieser eine Moment.

Kein großes Ereignis.

Nur ein Blick.

Chris sieht über die Menge.

Fenster beschlagen.

Holz dunkel.

Licht flach.

Menschen dicht.

Niemand filmt gerade.

Zumindest nicht sichtbar.

Keine Zahlen.

Kein Bildschirm.

Keine Karte.

Keine Analyse.

Nur ein Raum, der komplett im Song steckt.

Das ist es.

Genau das.

Nicht Reichweite.

Nicht Wachstum.

Nicht Strategie.

Das hier.

Chris legt den Kopf kurz zurück.

Dann geht er wieder rein.

Der Beat zieht an.

Die Crowd stampft mit.

Nicht perfekt.

Aber geschlossen.

Holz unter Schuhen.

Bass darunter.

Chris spürt jede Kick im Brustkorb.

Die Hütte wirkt gleichzeitig alt und vollkommen dafür gebaut.

Irgendwann knallt etwas hinten.

Laut.

Alle drehen sich um.

Chris auch.

Hannes rennt hin.

Daniel hinterher.

Beat läuft.

Chris sieht nichts.

„Alles gut?“

Hannes hebt von hinten einen Gegenstand hoch.

Ein Holzbrett.

Chris stoppt.

„Was ist das?“

Hannes:

„Regal.“

Chris schaut zur Wand.

Dort fehlt tatsächlich ein Brett.

Gelächter.

Chris:

„Das Regal war schwach.“

Hannes:

„Das Regal war alt.“

Chris:

„Ausreden.“

Track weiter.

Die Leute nehmen den Zwischenfall sofort in Besitz.

Beim nächsten Drop ruft jemand:

„REGAL!“

Andere lachen.

Chris:

„Nein.“

„REGAL!“

„Auf keinen Fall.“

„REGAL! REGAL! REGAL!“

Chris steht auf der Bühne.

Mikrofon unten.

Schaut zu Daniel.

Daniel schüttelt den Kopf.

Chris:

„Ich hasse euch.“

Jubel.

Später steht das Brett backstage.

Jemand hat es signiert.

Chris sieht es.

„Wer war das?“

Hannes:

„Keine Ahnung.“

Auf dem Brett stehen mehrere Namen.

Einer davon:

SEPP WAR HIER

Chris zeigt darauf.

„Der war gar nicht hier.“

Daniel:

„Internet.“

Chris lacht.

„Natürlich.“

Die Show läuft weiter.

Kein Durchhänger.

Keine Pause im Raum.

Die Hitze steigt.

Die Fenster sind komplett blind.

Draußen peitscht Wind gegen die Hütte.

Drinnen interessiert es niemanden.

Jemand öffnet kurz eine Tür.

Kalte Luft schneidet rein.

Sofort schreien zehn Leute:

„ZU!“

Tür wieder zu.

Chris:

„Demokratie.“

Beim letzten Drittel wird das Publikum lockerer.

Nicht leiser.

Nur freier.

Leute tanzen auf zu wenig Platz.

Jemand hält zwei Getränke gleichzeitig und schafft es erstaunlich lange, nichts zu verschütten.

Eine Frau vorne singt jede falsche Silbe mit maximaler Überzeugung.

Chris sieht sie.

Sie sieht seinen Blick.

Hebt den Daumen.

Chris hebt ebenfalls einen.

Respekt.

Dann Jodeltime.

Der Raum braucht keine Anleitung mehr.

Holla.

Antwort.

Holla-di.

Antwort.

Chris lässt sie.

Sie tragen den Song fast allein.

Er geht an den Bühnenrand.

Mikrofon runter.

Hört zu.

Und zum ersten Mal klingt der Song nicht mehr nach irgendeinem verrückten Versuch.

Er klingt selbstverständlich.

Als hätte es ihn schon immer gegeben.

Nach der Show gibt es kein sauberes Ende.

Die Musik stoppt.

Die Leute nicht.

Gesänge.

Rufe.

Gelächter.

Jemand stimmt wieder Holla an.

Andere antworten.

Hannes steht mit völlig nassem Hemd an der Tür.

Nicht Regen.

Arbeit.

Chris kommt vorbei.

„Lebst du?“

Hannes:

„Frag morgen.“

Chris:

„Hab ich schon mal gehört.“

Backstage herrscht Chaos.

Jacken.

Menschen.

Getränke.

Kabel.

Ein Security-Mann fragt nach einem Besitzer für eine verlorene Tasche.

Niemand.

Eine Frau sucht einen Schuh.

Chris hört das.

Dreht sich um.

„Wie verliert man einen Schuh?“

Sie schaut auf ihren einen Fuß.

„Keine Ahnung.“

Chris nickt.

„Gute Nacht.“

Daniel kommt.

„Wir müssen—“

Chris hebt die Hand.

Daniel stoppt.

Beide.

Blick.

Daniel:

„Ich hab’s gemerkt.“

Chris:

„Gut.“

Daniel:

„Wir sollten demnächst wirklich ein anderes Wort finden.“

Chris:

„Welches?“

Daniel denkt.

„Später.“

Chris:

„Auch gefährlich.“

Draußen warten Leute.

Mehr als erwartet.

Wieder Fotos.

Wieder Clips.

Wieder Holla.

Chris bleibt.

Nicht ewig.

Aber lange genug.

Er merkt, dass die Gespräche sich verändern.

Früher:

„Cooler Song.“

Jetzt:

„Ich war bei Bergbeben.“

„Ich hab das erste Video gesehen.“

„Wir fahren nächste Woche auch.“

„Wann kommt das Album?“

Album.

Das Wort taucht öfter auf.

Chris hört es.

Tut erst mal so, als hätte er es nicht gehört.

Ein junger Mann mit heiserer Stimme sagt:

„Ich hab euch gestern entdeckt.“

Chris:

„Dann mein Beileid.“

„Heute zweihundert Kilometer gefahren.“

Chris schaut ihn an.

„Für das hier?“

„Ja.“

„Warum?“

Der Mann überlegt.

„Weil’s komplett bescheuert ist.“

Chris nickt langsam.

„Das verstehe ich.“

„Aber gut.“

Chris:

„Jetzt wird’s kompliziert.“

Eine Frau daneben:

„Macht ihr jetzt eine Tour?“

Chris:

„Wir machen gerade Abendessen schwierig.“

Sie lacht.

„Also ja?“

Chris:

„Keine Ahnung.“

Daniel hinter ihm:

„Vielleicht.“

Chris dreht sich um.

„Du hilfst.“

Daniel:

„Ich bin Management.“

„Seit wann?“

Daniel:

„Seit du Fragen nicht beantwortest.“

Später im Wagen.

Diesmal kaum Gespräch.

Nicht weil alle fertig sind.

Eher weil der Abend noch nachläuft.

Chris sitzt hinten.

Jacke offen.

Cap tief.

Das Telefon in der Hand.

Videos.

Natürlich.

Das Regal ist bereits online.

Mehrfach.

Ein Clip trägt den Titel:

ALM AUF ANSCHLAG – REGAL HAT AUFGEGEBEN

Chris schickt ihn Sepp.

Antwort kommt sofort:

Billiges Holz.

Chris:

Du hast keine Ahnung.

Sepp:

Ich erkenne Schwäche.

Chris:

Spiegel?

Keine Antwort.

Daniel schaut nach hinten.

„Was machst du?“

Chris:

„Kulturarbeit.“

Dann eine andere Nachricht.

Von Martin.

Kein Witz.

Kein Clip.

Nur:

Das Momentum ist größer als gedacht. Wir sollten über Release-Plan sprechen.

Chris liest.

Löscht nichts.

Antwortet nicht.

Noch nicht.

Daneben ein Video.

Ein Raum voller Menschen.

Fenster blind.

Holz.

Bass.

Er selbst auf der Bühne.

Alles bewegt sich.

Er schaut länger hin.

Daniel:

„Martin?“

Chris hebt den Blick.

„Woher weißt du das?“

„Gesicht.“

„Ich hab ein Martin-Gesicht?“

„Seit heute.“

Chris:

„Schlimm.“

Daniel dreht sich halb um.

„Was will er?“

„Plan.“

Daniel nickt.

„Kann sinnvoll sein.“

Chris schaut wieder aufs Telefon.

„Mhm.“

„Aber?“

Chris:

„Nichts.“

Daniel wartet.

Chris:

„Heute war gut.“

Daniel:

„Sehr.“

„Ich will nicht, dass wir aus jedem guten Abend sofort irgendwas bauen.“

Daniel denkt kurz nach.

„Versteh ich.“

Chris:

„Ich will erst mal wissen, ob das noch Spaß macht, wenn’s größer wird.“

Daniel:

„Und?“

Chris schaut wieder auf das Video.

Menschen springen.

Regal fällt.

Holla.

Lachen.

„Macht’s.“

Daniel nickt.

„Dann ist das erst mal genug.“

Die Straße zieht bergab.

Wind schiebt am Wagen.

Weiter oben verschwindet die Hütte.

Drinnen sind wahrscheinlich immer noch Leute.

Vielleicht sucht jemand noch einen Schuh.

Vielleicht hat Hannes das Regal schon ersetzt.

Vielleicht auch nicht.

Chris schaut hinaus.

Kein großes Nachdenken.

Kein Problem.

Kein Zweifel.

Nur dieses angenehme Gefühl nach einer Show, die besser war, als sie sein musste.

Dann vibriert das Telefon wieder.

Neue Anfrage.

Dann noch eine.

Dann noch eine.

Chris schaut auf den Bildschirm.

Eine davon:

Festival – größere Stage – Interesse an JODELTIME-Block

Chris liest.

Dann Daniel.

„Schon wieder.“

„Ja.“

Chris:

„Mehrere Songs.“

Daniel:

„Ja.“

Pause.

Chris grinst.

„Dann sollten wir vielleicht wirklich ein Album machen.“

Daniel dreht sich um.

„Das ist das erste Vernünftige, was du heute sagst.“

Chris:

„Nimm’s zurück.“

Daniel:

„Zu spät.“

Chris sieht wieder hinaus.

Der Wind bleibt draußen.

Das Telefon bleibt an.

Die nächsten Orte warten.

Und irgendwo zwischen Holz, Bass, beschlagenen Scheiben und einem gestorbenen Regal ist aus zwei Songs endgültig etwas Größeres geworden.

Nicht geplant.

Nicht berechnet.

Aber jetzt real.

Die Alm war am Anschlag.

Chris noch lange nicht.